PFLEGEKOSTEN-VERSICHERUNG

Private Pflegezusatzversicherung

Die Pflegekostenversicherung erstattet die entstandenen Kosten für die Pflege bis zu einem bestimmten Prozentsatz oder Höchstbetrag. Die Frage, ob eine Absicherung über eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist, ist eine sehr individuelle.

Wer alle elementaren Risiken abgesichert und bereits Geld für die Altersvorsorge zurückgelegt und Geld übrighat, sollte über den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung nachdenken. Man sollte jedoch sicher sein, dass man in der Lage ist, die Beiträge zu zahlen, denn wer Einzahlungen stoppt, verliert bei vielen Pflegetagegeldversicherungen den Versicherungsschutz.

Die bis dato eingezahlten Beiträge sind dann verloren.

Einige Versicherungsexpertin raten hingegen von dem Abschluss einer entsprechenden Police ab. Sie empfehlen, das Geld lieber zur Seite zu legen, denn eine Pflegeversicherung zahlt erst ab Pflegestufe 0 oder I. Wer Geld gespart hat, kann dieses für Hilfen ausgeben, noch bevor eine Pflegestufe erreicht ist.

Zudem sei ungewiss, ob Verbraucher die Beiträge für die Versicherung immer zahlen können. Schließlich steigen die Prämien mit den Jahren. Wer eine Versicherung abschließen möchte, sollte nicht allzu lange warten. Denn je älter die Betroffenen, umso teurer wird in der Regel die Versicherung.

Entscheidend ist dabei nicht nur das Alter, sondern auch der Gesundheitszustand. Wer schon älter und nicht mehr bei guter Gesundheit ist, muss mit Risikoaufschlägen rechnen oder wird von der Versicherung abgelehnt. Eine Alternative ist dann die staatlich geförderte Pflegeversicherung, der sogenannte Pflege-Bahr. Denn in diesem Fall müssen die Versicherungen jeden akzeptieren.

Längeres Leben benötigt mehr Geld

Dies ist jedoch nur für diejenigen sinnvoll, die bei privaten Versicherungen keine Police erhalten.

Der Nachteil von Pflege-Bahr ist laut Finanztest, dass mit einem solchen Tarif die Versorgungslücke in den unteren Pflegestufen nicht vollständig gedeckt werden kann.

Verbraucher, die eine Pflegezusatzversicherung abschließen, sollten darauf achten, dass diese bereits ab Pflegestufe 0 zahlt. Denn die Wahrscheinlichkeit, Pflegestufe III zu erreichen, ist gering. Im Jahr 2015 waren laut Bundesministerium für Gesundheit gerade einmal 9,3 Prozent aller ambulant betreuten Pflegebedürftigen in Pflegestufe III eingeteilt.

Wer lieber Geld zur Seite legt, kann auch Statistiken konsultieren. So ergab etwa eine Studie einer Krankenversicherung, dass eine Frau im Schnitt 45.000 Euro für ihre Pflege zuzahlt, Männer aufgrund ihrer geringeren Lebenserwartung 21.000 Euro.

Aber wie so oft im Leben treffen statistische Daten nicht immer auf den Einzelfall zu. Wer sich eines längeren Lebens erfreut, benötigt eine höhere Summe, um sich die Pflege im Alter leisten zu können.